Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben die Regierungen dieser Welt für den Kampf gegen die verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie insgesamt neun Billionen Dollar bereitgestellt. So viel Geld lag zeitgleich noch nie auf dem Tisch. So steht es im Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung vom 08.06.2020 im Bericht „Europäische Zentralbank – Magisch, aber gefährlich“.

Der Großteil dieser Summe wird über Schulden finanziert. Christine Lagarde, die Präsidentin der europäischen Notenbank (EZB), versprach schon im März: Es gebe kein Limit für Geld aus der Notenpresse. Die EZB tut so, als könne sie ohne Nebenwirkungen einfach immer mehr Geld drucken. Viele Menschen sorgen sich momentan noch mehr um die Geldwertstabilität. Nicht umsonst investieren sie ihr Geld in Immobilien, Gold oder Aktien. Die Hoffnung ist, mit Sachwerten das persönliche Vermögen zu stabilisieren. Bislang hat das viele Geld aus der Notenpresse noch wenig Einfluss auf die Preise bei Gütern und Dienstleistungen.

Japan hat uns in Sachen Niedrigzinsen schon viel voraus. Seit ca. 20 Jahren sind dort die Zinsen durch immense Staatsanleihenkäufe durch die dortige Notenbank auf dem niedrigen Niveau festzementiert. Die großen Verwerfungen, die von vielen Beobachtern befürchtet wurden, sind bisher ausgeblieben. Es scheint, als würde sich nun auch die EZB dem japanischen Weg anschließen, da es anscheinend keine echten Alternativen zu dieser Vorgehensweise gibt.

Doch wie lange kann diese Vorgehensweise funktionieren? Wie kann man sensibel und ohne Schaden die enormen Geldsummen wieder aus dem Kreislauf entnehmen? Wie ist diese Gesamtsituation in Bezug auf Europa langfristig gut zu organisieren? Welche Nebenwirkungen sind möglich, die wir vielleicht noch gar nicht kennen oder abschätzen können? Viele Fragen – wenig Antworten. Wir befinden uns in einem weltweiten Versuchslabor in einem Experiment, dessen Ausgang niemand seriös beantworten kann.

Für die strategische Planung der Vermögensstruktur sollte es in der Zukunft vorteilhaft sein, auf viele unterschiedliche Bausteine zu setzen, die je nach weiterer Entwicklung angepasst werden können.

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